Roundtable Menschenrechte im Tourismus
7. März 2016
Immer mehr Frauen brechen ihr Schweigen
10. März 2016
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Internationaler Frauentag 2016

„Die Forderung nach dem Frauenwahlrecht ist die notwendige Folge der durch die kapitalistische Produktionsweise bedingten wirtschaftlichen und sozialen Umwälzung, die die Stellung der Frau von Grunde aus umgewandelt hat. Zehn Millionen Frauen, die im gesellschaftlichen Produktionsprozess tätig sind, die Millionen Frauen, die als Mütter Gesundheit und Leben aufs Spiel setzen, die als Hausfrauen die schwersten Pflichten übernehmen, erheben mit allem Nachdruck Anspruch auf soziale und politische Gleichberechtigung.“ Ausschnitt der Resolution des ersten Frauentages 1911

Gülistan

Der 1910 eingeführte Internationale Frauentag steht für den Kampf um Anerkennung und die Rechte von Frauen.  Auf der ganzen Welt gilt es nach wie vor, die Lage der Frauen zu verbessern, denn die Gleichstellung zwischen Mann und Frau ist noch nicht gegeben. Weltweit erfahren Frauen aufgrund ihres Geschlechts Diskriminierung. Sei es bei der fehlenden Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen oder bei den beruflichen Karrierechancen. Auch in Deutschland ist es für Frauen immer noch schwer, eine Balance zwischen Familie und Beruf zu finden. Die Forderungen nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit, nach qualifizierten Betreuungseinrichtungen, flexiblen Arbeitszeitmodellen, sicheren Renten und ausreichendem Schutz für Mütter und Kinder sind noch nicht realisiert.

Dennoch gibt es einige Erfolge zu verbuchen. So soll die von der SPD durchgesetzte Frauenquote den Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöhen. Auch der seit dem 1. Januar 2015 geltende gesetzliche Mindestlohn verbessert die Lage der Frauen auf dem Arbeitsmarkt, da er Niedriglöhne und prekäre Beschäftigungen eindämmt. Da größtenteils Frauen in diesen Berufen tätig sind, profitieren gerade sie davon. Der längere Elterngeldbezug, die flexiblere Elternzeit und der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, unterstützen die steigende Erwerbsquote von Frauen. Laut der parlamentarischen Staatssekretärin Elke Ferner war die Erwerbsquote von Frauen noch nie so hoch wie in diesem Jahr.

Lohngerechtigkeit

Ein weiterer Schritt in Richtung Arbeitsgleichheit soll auch das sogenannte „Entgeltgleichheitsgesetz“ bringen, welches das federführende Familienministerium unter Manuela Schwesig noch in dieser Legislaturperiode einbringen möchte. Ziel ist, ein gesetzlicher Rahmen zur Beseitigung von Entgeltdiskriminierung. Es soll eine Berichtspflicht für große Unternehmen geben sowie einen individuellen Auskunftsanspruch für Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer. Ein wichtiger Schritt hin zu dem Ziel: Gleichwertige Arbeit soll gleich entlohnt werden.

Den Internationalen Frauentag sollte man vor allem in diesem Jahr zum Anlass nehmen, sich über den eigenen Alltag hinaus Gedanken über die Situation anderer Frauen zu machen.

Aufgrund der gefährlichen Situation in Syrien und anderen Ländern, sind zurzeit viele Frauen und Kinder auf der Flucht. Sie sind dabei psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt – in ihren Heimatgebieten, auf der Flucht selbst und in den Ankunftsländern. Sie werden Opfer sexueller Übergriffe und wissen diese nicht zu verarbeiten oder zu artikulieren, ob vor Scham oder Überlastung.

Wir dürfen unsere Augen vor diesen Geschehnissen nicht verschließen und müssen insbesondere dieser Gruppe von Schutzsuchenden helfen, damit sie bei uns zur Ruhe kommen können.  Das Bundesfamilienministerium hat hierzu ein dreisäuliges Schutzprogramm aufgelegt. Mittels eines Programms der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) werden bauliche Schutzmaßnahmen finanziell unterstützt. Dabei geht es oft um kleine Dinge, wie etwa abschließbare Waschräume oder Geschlechtertrennung bei Sanitäreinrichtungen – dies ist in vielen Flüchtlingsunterkünften noch keine Regel.

In einer Kooperation mit UNICEF sollen Fachkräfte und Ehrenamtliche in Unterkünften besser informiert, sensibilisiert und fortgebildet werden. So können sie Gewalt schneller erkennen und entsprechend reagieren. Des Weiteren werden die Folteropferzentren mit einer zusätzlichen Fachkraft zur Behandlung von Flüchtlingsfrauen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, gefördert.

Es bleibt auf mehreren Ebenen noch viel zu tun. Setzen wir uns weiterhin für die Rechte der Frauen und auch deren Kinder ein!