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Blick aus Berlin Februar 2016

Blick aus Berlin

Keine Spaltung unseres Landes zulassen

Liebe Leserinnen und Leser,

das, was wir derzeit an aufflammendem Hass, an Ausgrenzung und an Hetze in Deutschland beobachten müssen, stimmt mich sorgenvoll. In Teilen unserer Gesellschaft entwickelt sich in diesen Tagen eine gefährliche Stimmung. Und es gibt politische Kräfte, die diese Entwicklung anheizen.

Ich spreche von der AfD, der sogenannten „Alternative für Deutschland“. Nein, die AfD ist keine Alternative! Sie ist eine demokratiefeindliche, in Teilen rassistische Partei, die unserer pluralen Gesellschaft und unserem weltoffenen Land Schaden zufügt. Sie greift Stimmungen und Ressentiments gegen „Andersartige“ auf – wie sie unter anderem von „Pegida“ und Co. verbreitet werden – und heizt sie weiter an.

Auf diesen Demonstrationen hier und anderswo werden Feindbilder gezeichnet gegen alle, die nicht in das eigene Weltbild passen: gegen Menschen, die vor Krieg bei uns Schutz suchen, gegen Homosexuelle, gegen die Presse, gegen demokratische Parteien. Viele Vorurteile rühren aus Unwissen, Unsicherheit und Angst vor dem Fremden, dem Neuen. Aber Angst ist selten ein guter Ratgeber. Hier gilt es, Aufklärung und Vernunft entgegenzusetzen. Die AfD hat explizit anderes im Sinn. Sie nimmt dabei bewusst die Gefahr in Kauf, dass unser Land gespalten wird und Angst und Hass in Gewalt umschlagen. Das ist die Politik der „Alternative für Deutschland“. Die Partei vertritt menschenverachtende Positionen. Wer an unseren Landesgrenzen auf Flüchtlinge, auf Männer, Frauen und Kinder schießen lassen möchte, zeigt eine Gesinnung, wie wir sie aus unserer dunkelsten Vergangenheit kennen.

Diesen verfassungsfeindlichen Bestrebungen und Vorurteilen müssen wir Demokratinnen und Demokraten mit aller Deutlichkeit entgegentreten. Ich bin stolz in einer Stadt zu leben, in der die Bürgerinnen und Bürger ein Klima des Willkommens schaffen und rechtem Gedankengut widersprechen. Nein, wir lassen uns unser offenes und friedliches Land nicht kaputt machen. Das sollten wir aus unserer Geschichte gelernt haben. Wir müssen Vorurteile abbauen und dafür sorgen, dass die Vernunft wieder die Oberhand gewinnt.

Mit besten Grüßen

Gülistan Yüksel

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