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„Es geht um die Chancen junger Menschen“

Peer Steinbrück, Uwe Hück und Katja Mast mit Mitgliedern des Sportvereins FSV Buckenberg

Wirbt für eine bessere Integration: Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (Foto: dpa)

Deutschland müsse mehr für die Integration tun, betonte Peer Steinbrück am Montag. Der Kanzlerkandidat war nach Baden-Württemberg gereist, um verschiedene Integrationsprojekte zu besuchen. Steinbrück sprach sich unter anderem für die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft und die bessere Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse aus.

Peer Steinbrück nannte auf seiner Reise durch Baden-Württemberg ein Bündel von Maßnahmen für eine bessere Integration: So werde sich die SPD für die doppelte Staatsbürgerschaft und gegen den „dämlichen Optionszwang“ aussprechen, versprach der Kanzlerkandidat am Montag, als er eine Sprachförderklasse, einen Sportverein mit vielen migrantischen Mitgliedern und Unternehmer mit Migrationshintergrund besuchte.

Die SPD werde auch dafür sorgen, dass ausländische Bildungsabschlüsse besser anerkannt werden: „Ich kenne zu viele Berliner Taxifahrer, die ausgebildete Ingenieure sind“, so der 66-Jährige. Zudem solle das kommunale Wahlrecht für alle, die seit mindestens fünf Jahren legal in Deutschland leben, eingeführt werden.

„Wir müssen die Unterscheidung zwischen „Wir“ und „Die“ überwinden“

Steinbrück machte abermals die Notwendigkeit einer besseren Willkommenskultur in Deutschland deutlich. Hier seien die Ausländerbehörden, die Selbstverwaltung der Wirtschaft, also die Industrie- und Handelskammern, und insbesondere die Gesellschaft gefragt: „Wir müssen die Unterscheidung zwischen „Wir“ und „Die“ überwinden“, forderte der Kanzlerkandidat.

Gleiche Chancen für alle

Es gehe „um die Chancen junger Menschen“, so Steinbrück. Insbesondere auch für diejenigen, „die nicht auf der Sonnenseite der Gesellschaft aufgewachsen sind.“

Jedes Kind in Deutschland müsse die gleichen Möglichkeiten haben, seine eigene Lebensgeschichte zu schreiben und seine eigenen Talente zu entwickeln: „Und zwar unabhängig von Herkunft, religiösen Überzeugungen oder körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen“, betonte der Kanzlerkandidat.

Ehrenamt: Der Kitt unserer Gesellschaft

Steinbrück hob bei seinem Besuch die Bedeutung von Sport und Sprachförderung für die Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund hervor. Diese seien „entscheidend für die Integration.“

 

Sport habe eine entscheidende Bedeutung für die Integration: Peer Steinbrück beobachtet mit Katja Mast und Uwe Hück Thai-Boxer des Sportvereins FSV Buckenberg (Foto: dpa)

Sport habe eine entscheidende Bedeutung für die Integration: Peer Steinbrück beobachtet mit Katja Mast und Uwe Hück Thai-Boxer des Sportvereins FSV Buckenberg (Foto: dpa)

Zudem lobte Steinbrück das ehrenamtliche Engagement: „Die nicht geschriebene Verfassung unseres Landes – der Kitt unserer Gesellschaft ist davon abhängig, dass Menschen ihre Zeit in das gesellschaftliche Miteinander investieren.“ Das Ehrenamt habe daher unschätzbaren Wert für die Integration.

Steinbrücks Reise nach Baden-Württemberg begann mit einem Frühstück mit Unternehmern mit Migrationshintergrund in Karlsruhe. Anschließend besuchte der Kanzlerkandidat die Sprachförderklasse der Stirumschule in Bruchsal. Auf Einladung von Uwe Hück, Betriebsratsvorsitzender bei Porsche, war Steinbrück zudem mit Katja Mast, Bundestagsabgeordnete und Generalsekräterin der SPD Baden-Württemberg, in Pforzheim zu Gast bei dem Sportverein FSV Buckenberg. Etwa 80 Prozent der rund 300 aktiven Vereinsmitglieder haben einen Migrationshintergrund. Zum Abschluss der Reise nahm Steinbrück in Stuttgart vor über 750 Zuhörern an der Podiumsdiskussion „Treffpunkt Foyer“ der Stuttgarter Nachrichten teil.

Originalartikel von der Seite von Peer Steinbrück unter http://peer-steinbrueck.de/aktuelles/104488/20130709_Steinbrueck_integrationsprojekte.html

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