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Neue Heimat, neue Traditionen

Das erste, was wir vom Flugzeug aus von Deutschland gesehen hatten, war das graue und trübe Wetter – nicht gerade das, was wir uns erhofft hatten. Wir wussten nicht genau, was uns in unserer Zeit in Deutschland erwartet. Aber da es für uns beide das erste Mal in Deutschland ist, konnten wir viel Neues entdecken.

Wir, Emily und Madison, sind Austauschschülerinnen aus den USA und wohnen für ein Jahr in Mönchengladbach. Emily (18) kommt aus Oregon und Madison (18) aus Kalifornien. Wir wohnen in Gastfamilien und gehen in Mönchengladbach zur Schule. Für unser Auslandsjahr haben wir ein Stipendium des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) erhalten. Dies ist ein Programm zwischen dem Deutschen Bundestag und dem amerikanischen Kongress und wurde gegründet, um die Freundschaft zwischen beiden Ländern zu fördern.

Am Anfang haben wir beide gedacht, dass Deutschland sich von den USA nicht viel unterscheidet. Wir konnten aber einige besondere deutsche Feiertage miterleben. Im November haben wir den Feiertag Sankt Martin kennengelernt, den es in den USA nicht gibt. Madison hat die Geschichte von Sankt Martin schon früher kennengelernt, weil der Feiertag in ihrer Nachbarschaft sehr beliebt ist. Emily hat die Geschichte beim Martinsumzug kennengelernt. Nach dem Festzug haben wir in unseren Schulen schöne Aufführungen der Geschichte von Sankt Martin gesehen. Für Madison war Sankt Martin auch eine tolle Gelegenheit, die Nachbarn kennenzulernen. Und der Weckmann war sehr lecker!

Auch wenn es in Amerika Weihnachten gibt, war Weihnachten in Deutschland für uns beide etwas Besonderes und Neues. In Amerika beginnt die Weihnachtsstimmung nicht vor Thanksgiving, also erst Ende November. Ein weiterer Unterschied, den wir entdeckt haben, waren die Weihnachtsmärkte, die es in den USA nicht gibt. Sie sind ein schöner Anfang für die Weihnachtszeit und etwas ganz anderes, etwas Besonderes. Vor allem für uns, da wir Weihnachtsmärkte nicht kannten.

Auch andere Traditionen konnten wir an Weihnachten erleben. Emily hat das „Heilige Frühstück“ erlebt, eine wichtige Tradition in ihrer Gastfamilie. Am Morgen des 24. Dezembers haben sich Emily, ihre Gastfamilie und ihre Freunde getroffen und gemeinsam gefrühstückt. Die Geschenke wurden nach dem Essen verteilt und waren anonym: Niemand wusste, von wem das Geschenk kam. Eine Person hat beispielsweise ein Kuscheleinhorn bekommen. Das Frühstück war herzlich und Emily hat sich als Teil einer großen Familie gefühlt.

Und noch einen Unterschied haben wir gefunden: Heiligabend. In Amerika ist die Bescherung am 25. Dezember, während sie in Deutschland an Heiligabend stattfindet. Wir haben mit unseren Gastfamilien gefeiert und es gab viel zu Essen. Madison und ihre Gastfamilie haben ein leckeres Fleischfondue gegessen. Emily und ihre Gastfamilie haben zuerst Sekt getrunken und Fotos mit dem Weihnachtsbaum gemacht. Beim Essen haben sie die Geschenke geöffnet. Anders als in Amerika stand auch bei Madison auf den Geschenken nicht, von wem sie kamen – alle waren vom Christkind, wie ihre Gasteltern es erklärten. Die Stimmung war einfach toll und wir hatten ein richtiges Familiengefühl, deswegen war Weihnachten bei uns beiden sehr schön.

Als wir über unsere Eindrücke gesprochen hatten, merkten wir, dass sie teilweise ähnlich waren, auch wenn es Unterschiede gab. Wir beide hatten viel Spaß und haben schöne Erfahrungen in Deutschland gemacht! Dafür sind wir unseren Gastfamilien, Gastschulen und Freunden, die uns mit offenen Armen empfangen haben, sehr dankbar.

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